Collage van uitgeknipte prenten

Heute habe ich in verschiedenen Bilddatenbanken der Welt nach Collagen Ausschau gehalten, die ich hier gerne besprechen würde. Die interessantesten und die schönsten sind nicht gemeinfrei, so dass ich mir etwas überlegen muss, um sie trotzdem zu zeigen. Sicher kann ich nur meinen Kommentar hier posten und mit einem Link zur Abbildung schicken. Wäre das aber in Ordnung? Ich weiß es nicht, ich hätte es lieber, wenn ich die Collage auch gleich hier posten könnte.

Bei diesem Anlass habe ich erfahren, dass Collagen nicht erst seit Picasso existieren, sondern schon viel früher erstellt wurden. Über www.europeana.eu habe ich Collagen im Rijksmuseum aus dem Zeitalter des Barock entdeckt. Aus Stichen ausgeschnittene Motive sind auf blauem Papier geklebt und ergeben so neue, sehr dekorative Kompositionen. Die Funktion dieser Blätter kenne ich noch nicht, aber bei www.zvab.com habe ich mir schon ein Buch bestellt, dass in den Metadaten der Bilder als Bibliographie angegeben ist.

Interessant ist die Tatsache, dass die Autorin des bereits bestellten Buches von 1978, „Geschnittenes Papier. Eine Geschichte des Ausschneidens in Europa von 1500 bis heute.“, Sigrid Metken (1928-2016) – laut wikipedia Ethnologin, Kuratorin und Publizistin – zusammen mit ihrem Mann, dem Kunsthistoriker und Reiseschriftsteller Günter Metken (1928-2000), und dem bekannten Kunsthistoriker Werner Spies (*1937) 1975 den Auftrag von der Menil Foundation in Houston/Texas (https://www.menil.org) erhielt, ein mehrbändiges Werkverzeichnis von Max Ernst (1891-1976) zu erarbeiten. (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Sigrid_Metken).

Die Fäden laufen so zusammen und ich bin gespannt, was ich noch auf der Suche von Collagen im digitalen und analogen Raum alles entdecken werde. Hier lade ich auf jeden Fall schon mal einige Bilder hoch, von den Collagen des Zeitalters des Barock.

Opnamedatum 2016-02-05
Opnamedatum 2016-02-05
Opnamedatum 2016-02-05

Hier auch der Link zum Rijksmuseum: https://www.rijksmuseum.nl/nl/collectie/RP-P-2015-22-18

Die Arbeiten sind aus Papier, 535 x 400 mm, und auf c. 1585-1700 datiert.

Wirre Zeiten

Am 9. und 10. Januar d.J. fand in Wien, in der Österreichischen Galerie Belvedere, eine Tagung unter dem Titel „Das Kunstmuseum im digitalen Zeitalter“ statt. Wie seit Jahren bei solchen Veranstaltungen schon üblich berichteten die Teilnehmer per Twitter von der Tagung und hielten so die Community auf dem Laufenden mit den neuesten Vorträgen zum Thema. Weil die Sprache von Twitter – nach eigener Einschätzung – etwas kryptisch ist, konnte ich mich mehr schlecht als recht über die Tagung informieren. Schlußfolgerung war: entweder man ist dabei, oder man lässt es bleiben, sonst versteht man – wenn überhaupt – nur die Hälfte.

Auf jeden Fall, war einer der Teilnehmer, der twitterte, Max Westphal, @_omwo, und ich versuchte, dem zu folgen. Seinen Beitrag schloss er am 9. Januar, nach dem Vortrag von Prof.Dr. Holger Simon mit dem Satz: „Letztendlich: für mehr Gelassenheit bei der Orientierung im stets wirren digitalen Zeitalter.“ Mir gefiel dieser Satz, der viel über die Zeit aussagt, in der wir uns befinden, und es gelang mir, ihn im Nachhinein auf Twitter wiederzufinden und per Tweet zu sichern.

Er sagt alles, auch über einen Beginn der Anwesenheit im Netz, so wie zum Beispiel mit diesem Blog. Man meldet sich an, man zahlt verschiedene Gebühren, man schreibt hinein in die Leere, oder in einen Raum, in dem potentiell alle anwesend sind und keiner und man versucht, irgendwie mit den Ereignissen auf dem Laufenden zu bleiben und es gelingt nur sehr bedingt. Alles, was man heute unternimmt, muss irgendwie mit dem digitalen Netz in Verbindung sein.

Dabei spielt sich noch sehr viel im analogen Raum ab. Wie beide auf einen Nenner zu bringen, ist ein Rätsel, aber gewiss ist, dass Gelassenheit hilft. Man kann nicht mehr lückenlos alles berücksichtigen, vieles läuft parallel und man erfährt es nur per Zufall. So fand ich es sehr interessant, dass während ich an dem Blog souvenir & papier bastele, in London, an der Royal Academy of Art, eine Ausstellung zu Pikasso und Papier stattfindet. Es sind viele Collagen dabei und andere Schnittarbeiten, die ihn mit Sicherheit faszinierten.

Irgendwie bleiben die wichtigen Themen in der Kunst (wie im Leben) immer die gleichen und trotz des Irrens durch digitale und analoge Räume findet man sie immer wieder neu.

Vom 25. Januar bis 13. April für alle, die Interesse daran haben: https://www.royalacademy.org.uk/exhibition/picasso-and-paper

Eine Papiermühle im Bergischen

Anfang des Jahres 1999 hatte ich mein Magister in Kunstgeschichte an der Universität Köln abgelegt und war auf der Suche nach einer Arbeit. Ich fand eine Stelle als Museumsführerin an einem damals neu eröffneten Papiermuseum in Bergisch Gladbach. Die Papiermühle Alte Dombach ist heute Teil des LVR-Industriemuseums. https://industriemuseum.lvr.de/de/startseite.html Ich arbeitete dort nur kurze Zeit und war seither auch nicht mehr in der Region, aber geblieben ist die Liebe fürs Papierschöpfen.

Ich erinnere mich noch ganz gut an die schön gestalteten Räume der alten Papiermühle und an die Dauerausstellung mit der Geschichte der Papierherstellung. Am liebsten hatte ich natürlich die Schöpfbütte, an der ich selber den Besuchern zeigen konnte, wie man Papier schöpft. Über dieses Verfahren der Papierschöpfung Ende des 18. Jahrhunderts schrieb Dr. Sabine Schachtner:

„Als Schöpfbütten dienten große runde oder ovale hölzerne Becken, die über eine Frischwasserzuleitung verfügten und häufig beheizbar waren. Über der Bütte lag ein Steg mit dem ‚Esel‘, an den der Schöpfer die Siebe mit den frischen Bögen lehnte. Zum Abtropfen der Formen und als Spritzschutz konnte die Bütte auch mit einem breiten Rand versehen sein. In vielen Papiermühlen gab es einen ‚Schöpfstuhl‘, eine Verbretterung, die vor spritzendem Brei schützte. Der Schöpfer arbeitete Hand in Hand mit dem ‚Gautscher‘, der die Bögen vom Sieb abdrückte (‚abgautschte‘), jeweils mit einem ‚Filz‘ bedeckte und das Sieb zurückgab. Auch der Gautscher stand zum Schutz vor Nässe häufig hinter einer Holzverkleidung, dem ‚Gautschstuhl‘. Bei den Filzen handelte es sich um gerauhte Wolltücher, die durch eine Behandlung mit Pflanzensud vor dem Faulen geschutzt worden waren.“

Schachtner, S.: Die Papiermacherei und ihre Geschichte in Bergisch Gladbach. Bergisch-Gladbach, 1990, S. 18.

Zum Schöpfen von Papier habe ich heute natürlich keine Bütte, sondern eine Wanne und statt Hadern (Stoffreste) ist der Papierbrei aus Zelulose. Aber Sieb und Filztücher sind ähnlich geblieben, auch wenn etwas kleiner – Format DIN A5, und das Verfahren ist auch das Gleiche: Schöpfen, Gautschen, Pressen, Legen. Mich interessiert auch, in der Struktur des Papiers die Zeit, in der es entstand zu dokumentieren. Indem ich Zeitungsreste mit in die Papiermasse mische, bleibt jedes Blatt ein Unikat und kann theoretisch einem bestimmten Jahr oder einem bestimmten Ereignis in der Zeit zugeordnet werden. Zur Zeit arbeite ich Stücke einer chinesischen Zeitung aus dem Jahr 2016 von einem chinesischen Markt in Montréal ein.

So ist das Blatt Papier in seiner Struktur schon eine Collage und dient mir zur Anfertigung von Tusche- und Aquarellarbeiten, wenn ich gerade mal nicht mit Kunstgeschichte beschäftigt bin.

Handgeschöpftes Papier, Zelulose und Zeitung, um 2018.