Wirre Zeiten

Am 9. und 10. Januar d.J. fand in Wien, in der Österreichischen Galerie Belvedere, eine Tagung unter dem Titel „Das Kunstmuseum im digitalen Zeitalter“ statt. Wie seit Jahren bei solchen Veranstaltungen schon üblich berichteten die Teilnehmer per Twitter von der Tagung und hielten so die Community auf dem Laufenden mit den neuesten Vorträgen zum Thema. Weil die Sprache von Twitter – nach eigener Einschätzung – etwas kryptisch ist, konnte ich mich mehr schlecht als recht über die Tagung informieren. Schlußfolgerung war: entweder man ist dabei, oder man lässt es bleiben, sonst versteht man – wenn überhaupt – nur die Hälfte.

Auf jeden Fall, war einer der Teilnehmer, der twitterte, Max Westphal, @_omwo, und ich versuchte, dem zu folgen. Seinen Beitrag schloss er am 9. Januar, nach dem Vortrag von Prof.Dr. Holger Simon mit dem Satz: „Letztendlich: für mehr Gelassenheit bei der Orientierung im stets wirren digitalen Zeitalter.“ Mir gefiel dieser Satz, der viel über die Zeit aussagt, in der wir uns befinden, und es gelang mir, ihn im Nachhinein auf Twitter wiederzufinden und per Tweet zu sichern.

Er sagt alles, auch über einen Beginn der Anwesenheit im Netz, so wie zum Beispiel mit diesem Blog. Man meldet sich an, man zahlt verschiedene Gebühren, man schreibt hinein in die Leere, oder in einen Raum, in dem potentiell alle anwesend sind und keiner und man versucht, irgendwie mit den Ereignissen auf dem Laufenden zu bleiben und es gelingt nur sehr bedingt. Alles, was man heute unternimmt, muss irgendwie mit dem digitalen Netz in Verbindung sein.

Dabei spielt sich noch sehr viel im analogen Raum ab. Wie beide auf einen Nenner zu bringen, ist ein Rätsel, aber gewiss ist, dass Gelassenheit hilft. Man kann nicht mehr lückenlos alles berücksichtigen, vieles läuft parallel und man erfährt es nur per Zufall. So fand ich es sehr interessant, dass während ich an dem Blog souvenir & papier bastele, in London, an der Royal Academy of Art, eine Ausstellung zu Pikasso und Papier stattfindet. Es sind viele Collagen dabei und andere Schnittarbeiten, die ihn mit Sicherheit faszinierten.

Irgendwie bleiben die wichtigen Themen in der Kunst (wie im Leben) immer die gleichen und trotz des Irrens durch digitale und analoge Räume findet man sie immer wieder neu.

Vom 25. Januar bis 13. April für alle, die Interesse daran haben: https://www.royalacademy.org.uk/exhibition/picasso-and-paper

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