DigAMus-Award 2021: Die Podcasts (I)

Eines der digitalen Formate, das während der Corona-Zeit im Museumsbereich Kunstvermittlung eindeutig gewonnen haben, ist der Podcast. Angefangen hat er als geeignetes Mittel zur Verbreitung von Musik in sozialen Medien und hat sich danach in allen Bereichen von Bild- und Wortbeiträgen entwickelt. Für viele Kulturinstitutionen wurde er dank seiner journalistisch flexiblen Form aufgenommen und weiterentwickelt. Der Podcast kann verschiedene Arten von Feature, Interview, Bericht u.a.m. erfahren und mit Videoaufnahmen und Illustrationen angereichert werden. Er kann auch vielfach in der Zeit gestaltet werden und ist leicht über Internet-Plattformen zu verbreiten. Die technischen Voraussetzungen zur Herstellung eines Podcasts sind leicht zu erlernen und mit einfacher und günstigen Freeware zu handhaben.

 

Das alles hat dazu geführt, dass im Kulturbereich sehr viele Podcasts produziert werden und einige von Ihnen auch den Weg zum DigAMus-Award 2021 (Kategorie 5) gefunden haben. Ein Überblick könnte dazu dienen, sich einen Eindruck von der Vielfalt des Mediums und seiner Reichweite zu machen. Es werden hier der Form halber allein jene Einreichungen besprochen, die für die Sparte „Podcast“ kandidiert haben, obwohl damit das Angebot von Museen und Kulturinstitutionen nicht erschöpft wird. Bewerber in anderen Kategorien des DigAMus-Awards 2021 haben ebenfalls Podcasts erstellt, jedoch nicht damit, sondern primär mit anderen Formaten am Wettbewerb teilgenommen. Trotzdem lohnt es sich auch über diese Zusammenfassung hinaus, die Beiträge auf der Seite des jungen Museums-Preises aufzurufen und jene hybriden Formate einzusehen, die im letzten Jahr erarbeitet wurden und in denen der Podcast eine zwar untergeordnete jedoch wichtige Rolle einnimmt.

 

Das Museum für Kommunikation in Nürnberg hat in diesem Jahr einen Podcast über das Volontariat im Museum eingereicht. Der Podcast „VoloMuPo“ ist „ein Podcast zum Informieren, Vernetzen und Austauschen von Volontär*innen, Interessierte u.a.“, der von der Museumsstiftung Post und Telekommunikation finanziert wurde. Die zehn Episoden sind über die Webseite des Museums, unter „Digitales Museum“ abrufbar. Sie bestehen in Diskussionen mit Gästen von Museen bundesweit und dauern jeweils über eine Stunde, wobei der Ablauf der Sitzungen auch schriftlich fixiert ist.

 

Das internetaffine Museum Burg Posterstein in Thüringen bewarb sich diesmal mit einem Geschichts-Podcast mit dem Titel „LeseZEIT“, eigentlich eine Reihe von Blog- und Podcast-Beiträgen mit kleineren Erzählungen aus der Geschichte des Hauses. Die bislang fünf Folgen sind diskret am Anfang und am Ende musikalisch untermalt und werden durch Bilder und Texte im Blog „Geschichte & Geschichten“ ergänzt. Der Zugang zu den kurzen, 15- bis 20-minütigen Podcast-Episoden ist leicht über die Blogseite des Museums unter dem Menüpunkt „LeseZEIT“ zu finden.

 

Eine andere Kulturinstitution mit Museumsformat aus Thürigen – die Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße in Erfurt (ehemalige Stasi-Untersuchungshaftanstalt) – reichte einen Podcast in sieben Folgen ein, der als „Funkturm der Freiheit“ gefeiert wurde. Der Podcast mit dem Titel „Horchpost DDR“ umfasst die Zeit des Umbruchs im Jahr 1989 (mit Vorboten in den 1980er Jahren), wobei in jeweils 15 Minuten verschiedene Zeitzeugen zu Wort kommen. Die Gedenkstätte mit ihrem digitalen Angebot kann über die Seite der Stiftung Ettersberg für europäische Diktaturforschung und Aufarbeitung der SED-Diktatur erreicht werden. Der Podcast ist über die Webseite der Gedenkstätte unter Menüpunkt „Extras“ und auf der Internetseite von Spotify abrufbar.

 

Das sehr heterogene Museum Reinheim in Hessen „… zu Gast in der Vergangenheit“ hat eine Podcastserie mit Themen aus der Geschichte des Ortes, Vorstellung von Mitarbeitern und Ausstellungsbegleitung vorgeschlagen. Die Reihe mit Beiträgen von rund 10 Minuten begann am diesjährigen Museumstag mit einem Podcast zu jüdischem Leben in Reinheim. Am 9. November 2021 greift das kleine Museum das Thema wieder auf und veranstaltet einen Rundgang auf den Spuren jüdischen Lebens in dem hessischen Ort. Die Podcasts sind auf der Seite des Museums in dem gleichnamigen Kapitel zu hören.

 

Der Podcast, den das Jüdische Museum in München zum DigAMus-Award 2021 eingereicht hat, ist ein Storytelling-Podcast in vier Episoden à 15 Minuten über den Forscher, Journalisten, Bibliothekaren und politischen Aktivisten Mordechai W. Bernstein. Mit einer ausgezeichneten Hörqualität wurde der Podcast als Begleitung der Ausstellung „‚Was gibt’s?‘ Im Labyrinth der Zeiten. Mit Mordechai W. Bernstein durch 1700 Jahre deutsch-jüdischer Geschichte“ gedacht. Der Podcast unter dem Titel „Die Reise“ ist in vier Teilen – „Eine Welt in Bewegung“, „Gehen oder bleiben?“, „Im Land der Täter“ und „Zurück in die Zukunft“ – unterteilt und auch von der Internetseite der Ausstellung (bis 13. Februar 2022) abrufbar.

 

Fortsetzung folgt.

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