Im April und Mai 2026 war ich für fünf Wochen in Montréal bei meiner Familie. Ich habe ein wenig fotografiert, hatte aber keine Möglichkeit digitale Collagen zu erstellen. In der Residenz für Senioren, in der meine Mutter weilt, habe ich mir einen Klapptisch aufgestellt und analoge Collagen gemacht.
Ausgangspunkt war die April-Nummer der Zeitschrift „Elle“, die ich in den verschiedensten Weisen verwertete. Grundlage war ganz einfaches Schreibpapier und koloriert habe ich mit soliden Aquarellfarben „Caran d’Ache“.
Es entstanden bunte Bilder, die ich in Augsburg zum Verkauf anbiete.
Herta Weschers „Die Collage. Geschichte eines künstlerischen Ausdrucksmittels“ (M.DuMont Schauberg, Köln 1968) ist ein Standardwerk und eines meiner liebsten Bücher. Von Zeit zu Zeit werde ich aus diesem Buch zitieren.
„Collagen und Materialbilder haben eine lange Ahnenreihe, und die ältesten Beispiele, die wir kennen, gehören zu den raffiniertesten. Vermutlich im 12. Jahrhundert sind die japanischen Kalligraphen dazu übergegangen, die ihnen anvertrauten Werke der Dichter auf Bögen zu schreiben, die mit zartfarbigen Papieren beklebt waren. Die Kompositionen bestehen aus unregelmäßigen Flächenformen, die aneinander gefügt und mit Blumenmotiven, winzigen Vögeln und Sternchen aus Gold- und Silberpapier überstreut sind. Die gerissenen oder ausgeschnittenen Konturen sind mit dem Pinsel in Wellenlinien übertuscht, die Berge, Flüsse und Wolken andeuten. Von diesen Unterlagen wählte der Kalligraph diejenige aus, die dem Geist der Dichtung am besten entsprach, die er in eleganten Schriftzügen darauf eintrug. Zu den berühmtesten Manuskripten dieser Art gehört das ‚Iseshu‘ vom Beginn des 12. Jahrhunderts, eine Sammlung der aus je 31 Silben bestehenden ‚Waka‘-Verse der Dichterin Ise, die im 10. Jahrhundert lebte.“ (Wescher 1968, S. 7)
(Japanische Collage, Manuskript, 12. Jh. in: Wescher 1968, S. 9)
Die digitalen Kulturcollagen, die ich erstelle, haben den Nachteil, dass man um Lizenzen kämpfen muss. Ich verwende Teile von Kunst und Architektur aus Innenaufnahmen und da gibt es meistens Urheber- oder Hausrechte. Wenn ich bei Außenaufnahmen bleibe, greift die Panoramafreiheit, da habe ich freie Hand, aber bei Detail- und Nahaufnahmen ist das nicht der Fall. Deshalb habe ich erstmal zum Verkauf nur Naturcollagen angefertigt mit Blumenfotos aus dem Botanischen Garten in Augsburg. Die passen jetzt auch zur Jahreszeit und könnten zu Ostern Abnehmer finden. Heute, zum Frauentag, stelle ich hier einige ein, mit den besten Wünschen für die Besucher*innen der Seite. Vielen Dank!