Fotocollagen

erstelle ich seit ein paar Jahren unter anderem mit der Absicht, Erinnerungen möglichst genau zu dokumentieren. Irgendwann vor Jahren habe ich nach Reisen festgestellt, dass mit der Zeit, die Erinnerungen verblassen und die Fotos, die man mitgenommen hat, diesen Schatz ersetzen. Man hält dann ein beliebiges Stück Papier in der Hand und kann sich damit eigentlich nicht mehr identifizieren

Sicher gibt es auch Bilder, die in einzigartigen Weise einen Moment festhalten können, der alles andere übertrifft, was man gesehen oder erlebt hat. Das sind seltene Fotos, die selbst geübten Fotografen schwer gelingen. Wenn man dann auch keine besondere Kamera und Objektive mit sich führt, ist es eigentlich eher unwahrscheinlich, dass man Fotos schießen kann, die in exemplarischer Weise eine Erinnerungsstütze bilden.

Ich habe dann angefangen, meine digitalen Fotos auszudrucken, zu zerschneiden und wieder zusammen zu stellen. Eine neue Ordnung entstand so, die näher an meinen Erinnerungssplitter war. Ein Baum, neben einem Fenster, blauer Himmel oder Wolke, ein Stück Wasser und Teile von Architektur. Diese Landschaften begleiten seither meine Reisen und ich bin froh, ein Stück „unverfälschter“ Erinnerung – soweit es diese geben kann – in den Händen zu halten.

Jedes Detail löst eine Fülle von gedanklichen Assoziationen aus und öffnet konkret – in farblicher oder kompositioneller Verbindung mit den anderen Stücken Fotografie – immer weitere Facetten der Erinnerung. Gelesenes, Erlebtes, Gesehenes aus anderen Zeiten, von anderen Orten treten hinzu und entfalten eine Vielzahl von möglichen Bildern, die aus der Vergangenheit in die Zukunft „gerettet“ werden können.

Ich lade sie ein, einige dieser Bilder zu betrachten und – wieso nicht? – selber zu versuchen. Die Gegenwart lebt aus vielen Bildern, die in Collagen den besten Ausdruck der eigenen Innenwelt darstellen. Die neue Ordnung, die man – mit Hilfe von Technik oder abseits des Digitalen, im analogen Raum mit Schere und Klebstoff auf Leinwand oder Karton – erstellt, ist ein Abbild des ganz persönlichen emotionalen und gedanklichen Abdrucks in dieser Welt.

Kölner Dom und Umgebung im Frühjahr 2019

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