Im April und Mai 2026 war ich für fünf Wochen in Montréal bei meiner Familie. Ich habe ein wenig fotografiert, hatte aber keine Möglichkeit digitale Collagen zu erstellen. In der Residenz für Senioren, in der meine Mutter weilt, habe ich mir einen Klapptisch aufgestellt und analoge Collagen gemacht.
Ausgangspunkt war die April-Nummer der Zeitschrift „Elle“, die ich in den verschiedensten Weisen verwertete. Grundlage war ganz einfaches Schreibpapier und koloriert habe ich mit soliden Aquarellfarben „Caran d’Ache“.
Es entstanden bunte Bilder, die ich in Augsburg zum Verkauf anbiete.
Die niederländische Malerin Rachel Ruysch hat mit ihren Blumenstillleben Berühmtheit erlangt. Ihre Gemälde sind in allen großen Sammlungen dieser Welt vertreten und begeistern auch heute viele Betrachter. Ich bin jedenfalls von ihren Bildern immer wieder fasziniert und versuche auf meine Art, ihre Schönheit zu kopieren.
Meine Blumencollagen kommen den Kompositionen der barocken Malerin nur in begrenztem Maße entgegen. Die Collagen entsprechen den seither veränderten Sehgewohnheiten unserer Welt und können die förmliche Harmonie und die inhaltliche Aussage nicht übertreffen.Trotzdem bleibt die Malerei von Rachel Ruysch eine ständige Inspirationsquelle und ein Vorbild für farbliche Komplexität, Vielfalt der Motive und Pracht der Darstellung.
Die zwei, hier präsentierten, Collagen sind mit Blumenmotiven aus dem Botanischen Garten in Augsburg entstanden. Einmal sind Hochsommerpflanzen wie Distel und Lavendel ausgewählt worden, ein anderes Mal – Frühsommerblumen wie der blaue Rittersporn. Beide sind im quadratischen Format auf Acryl gedruckt worden.
Beeindruckend war während des kurzen Aufenthalts in Oberbayern der Königssee am zweiten Weihnachtstag 2025. Die Lichtverhältnisse waren wegen des Nebels einmalig und die Landschaft verwandelte sich in einen geheimnisvollen Ort. Die vielen Fotografien verarbeitete ich in einer recht geometrischen Collage. Eines bildet den Hintergrund des hiesigen Blogs. Es war ein wunderschöner Tag an dem berühmten See im Winter.
Die Collage entstand aus Details von menschenhohen Puppen aus Holz auf dem Weihnachtsmarkt und Aufnahmen von der Stadt im Weihnachtstaumel. Manche Fragmente entnahm ich dem Dokumentationszentrum auf dem Obersalzberg, das ich an einem Wochenende besuchte. Das ergab einen festlichen Eindruck mit etwas mulmigem Gefühl, die die Vergangenheit mit sich brachte. Alt und neu verbanden sich hier in eigentümlicher Weise.
Bad Reichenhall in der Vorweihnachtszeit 2025 war eine feierlich geschmückte Stadt mit kleinem Weihnachtsmarkt und vielen bunten Läden, mit schönem königlichem Kurgarten und weitläufigem Saline-Areal. Ich habe viel fotografiert und anschließend die Fotos zusammengefügt. Altes Karussell, Glaskugeln an kahlen Bäumen, Elemente alter Triebwerke in der Saline, viele Schaufester, wie jenes von Reber, rangen um die Blicke der Fussgänger, Plakate und Werbetafeln kündigten Veranstaltungen zum Jahresende an. Ich nahm alles mit und schuf was Neues. Collagen von einer Stadt im Festtagskleid.